Avatar und Freitag

Robinson Crusoe gibt seinem Wilden noch einen Namen, er nennt ihn ganz pragmatisch-kapitalistisch „Freitag“ – der steckt weiterhin in seinem Körper und wird sich selber fremd: beinahe von anderen Wilden gefressen, was er verstanden hätte, und dann kolonisiert. Jake Sully, der Marinesoldat im Rollstuhl, bekommt einen Na’vi-Körper als Avatar und behält beim Omaticaya-Clan seinen Namen. Ein   b i s s c h e n  fremd – das entfaltet die Empfänglichkeit des Avatars an der Grenze der Zivilisationen. Er ist weniger Grenzgänger als Membran zwischen zwei Welten.

6 Kommentare zu “Avatar und Freitag

  1. Avatar – dümmlicher „Pocahontas“ für 3-D Fetischisten

    http://freidemzen.wordpress.com/2010/01/15/avatar-%E2%80%93-seichter-%E2%80%9Epocahontas%E2%80%9C-fur-3-d-fetischisten/

    Avatar ist ein pervertierter Superlativ. „Das Teuerste“, „das Größte“, „das Neuste“ Schmierentheater! Denn wo offenbar mit der visuellen Ästhetik geprotzt wurde, hat man am Drehbuch/Inhalt mächtig gespart. Seicht-dröge Action- Liebesgeschichte im Alien-Gewand, zwischen Pocahontas und banal.

    Da fragt man sich nur, warum müssen moderne Blockbuster eigentlich immer so unsäglich dümmlich sein. In Zukunft – schlage ich vor – die Dialoge zu behalten und beim nächsten Filmvorhaben, marginal verändert, wieder zu verwenden. Wahlweise in ein amerikanisches Romeo-und-Julia-Ghetto gepackt oder in ein Historienepos versetzt. Da spart man sich das lästige „Rumgeschreibe“ und kann gleich mit dem Animieren beginnen. Da kann groß „VOM MACHER VON TITANIC“ und „MIT DER GESCHICHTE UND DEN DIALOGEN AUS AVATAR“ geworben werden.

    • Millionengeschäft… geschenkt! Plünderung des Kostümfundus, neueste Auflage der „Frontier“-Erzählung vom Wilden Westen – so what! Seichter Aufguss von Mythen der Zivilisation, alles schon einmal intelligenter aufbereitet – das Argument wird in allen Rezensionen, die ich gelesen habe, bemüht. Wie wäre es denn mal mit ein bisschen „rettender Kritik“? Walter Benjamin sah in den Lunaparks mit Geisterbahnen, Menschenzentrifugen und „Haut-den-Lukas“-Kraftmaschinen die Vergnügungen des auf dem Arbeitsmarkt hin- und hergestoßenen Proletariats und z u g l e i c h den unzerstörbaren Kern einer Utopie der Freiheit, eines Lebens im Genießen des Hier und Jetzt. So bewahrt auch „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ trotz aller Dümmlichkeit der Erzählung die Utopie der heilen Erde und des Einklangs mit der Natur.
      Und für ein kleines Detail kann man auch die Erzählung liebgewinnen, vielleicht lässt sich darin sogar im Kern schon die Neuerzählung vom Umgang mit dem Fremden in einer globalisierten Welt entdecken: Dass dem Eingemeindeten der eigene Name gelassen wird.

  2. Seicht und banal, wenn man so argumentiert, kann man auch die Teletubbies im Theater aufführen, in einer Abendvorstellung.

    Es sollte kein Entweder Effekt oder Inhalt geben!

    Banaler Inhalt, heißt dümmlicher Film!

    Wundere dich nicht, wenn Menschen dann mit der Zeit nur noch so einen Schrott machen, weil die Botschaft „ja voll total süß is“! Dann ist es nicht mehr weit bis Transformers als cineastischer Meilenstein gilt…

    Schade!

  3. Pingback: Intercity Wanderjahre Zugló – Intercity Vándorévek Városligeti Elágazás

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